Eigentlich ist Geld nichts weiter als eine praktische Erfindung: durch Einigung auf eine Werteinheit wird es möglich, mit Waren und Gütern über den direkten Tausch hinaus zu handeln. Geld ist neutral. Sein Wert ist unabhängig von der Person seines Besitzers. Und doch kann Geld die Ursache heftigster Emotionen sein. Die schlechtesten Eigenschaften des Menschen wie Gier, Neid und Egoismus manifestieren sich am Geld, aber auch Großzügigkeit und Solidarität können mit Geld zum Ausdruck gebracht werden.

Das Sommerblut Kulturfestival 2015 widmet sich diesem Stoff, der Träume Wirklichkeit werden lässt und Menschen in den Ruin treibt.

In Theater-, Tanz- und Literaturveranstaltungen, in Konzerten, Filmen und Ausstellungen werden die weitreichenden Auswirkungen des Geldes auf Mensch und Gesellschaft thematisiert. Wir treffen Lebenskünstler und Müßiggänger, die behaupten, ohne Geld glücklicher leben zu können. Es geht um Obdachlose und die Angst vor sozialer Ausgrenzung, wenn man im Konsumwettrennen nicht mithalten kann. Auch Geizhälse kommen zu Wort, denen ihr Geld zum Fluch geworden ist.

Von Sisyphos über Burnout bis zu den Produktionsbedingungen der freien Künstler in unserer Stadt: Kommt man auf das Thema „Arbeit“ zu sprechen, dann liegt die Frage nach dem Geld sogleich auf der Zunge.

Und überhaupt: hat sich die Krake Geld nicht sowieso schon unbemerkt in sämtlichen Lebensbereichen breitgemacht? Auch (Liebes)Beziehungen sind ein Geben und Nehmen, ein Tauschhandel, bei dem mit Geld fast alles erkauft oder ersetzt werden kann. Aber war das nicht eigentlich schon immer so?