In Deutschland gibt es rund 1,2 Millionen Menschen mit Demenz. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden in Nordrhein-Westfalen 2015 um die 250.000 dementiell veränderte Menschen leben. Das Thema Demenz geht uns alle an und ist mit Scham behaftet. Die Familien der Betroffenen ziehen sich oft bis zur Vereinsamung zurück. Viele Menschen erleben die dementielle Veränderung des Lebenspartners oder Elternteils als langsames Sterben, das Familienmitglied wird zu einem Fremden.

Sommerblut setzt dieses Jahr den Schwerpunkt Demenz und bringt damit die persönlichen Schicksale und die unerfreulichen Begleitumstände der Betroffenen zur Sprache. Neben dem Theaterprojekt „Anderland“ der Regisseurin Barbara Wachendorff, bei dem vier Menschen mit Demenz zusammen mit vier professionellen Schauspielern die Protagonisten auf der Bühne sind, gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm. Und ganz in unserer Sommerblut-Tradition gehen wir dabei ungewohnte Wege und arbeiten das Thema mit außergewöhnlichen Aktionen auf:

Strick-Graffitis werden Betroffenen helfen, sich besser in ihrem Alltag zurechtzufinden. Bei unserem Festival-Ball „Wir tanzen wieder“ können Demenzkranke, Angehörige und Betreuer losrocken. Spezielle Führungen unter anderem über „Düfte“ eröffnen den Betroffenen neue Welten. Dies ist nur eine kleine Auswahl aus unserem Rahmenprogramm zum Thema Demenz. Aus vielen innovativen Aktionen gehen nachhaltige Strukturen hervor, die auch noch nach dem Festival für Menschen mit Demenz nutzbar sein werden.

Wir sind überzeugt, mit diesem außergewöhnlichen Projekt viele Menschen zu erreichen, zu berühren und damit das gesellschaftspolitische Thema Demenz, typisch Sommerblut, einzigartig in Szene zu setzen.

Alle Veranstaltungen des Festivals zum Thema Demenz finden Sie hier.

Zum Photowettbewerb “Mein Bild von Demenz” geht es hier.


RAHMENPROGRAMM DEMENTIA+ART

Zum Schwerpunktthema Demenz gibt es ein Rahmenprogramm, entworfen von dementia + art, bei dem die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Demenz im Mittelpunkt steht. Es umfasst alle wichtigen Kunstsparten. Ein böhmisches Puppentheater wird Menschen mit Demenz in besonderer Weise Geschichten für die Erinnerung erzählen. Eigens entwickelte Führungen finden im 4711-Haus, Kölner Stadtmuseum, Wallraf-Richartz Museum, Museum für angewandte Kunst und Schokoladenmuseum statt. Altstadt- und Rheinführungen werden speziell für Frauen mit Demenz weiterentwickelt. Die Künstlerin Carola Willbrand gibt Einblick in ihr Atelier mit der Möglichkeit, einen individuellen Erinnerungsfaden zu formen. Bei einer Aktion mit Strick-Graffitis in einer Senioreneinrichtung begegnen sich Menschen mit Demenz und eine Mädchengruppe mit Migrationshintergrund. Darüber hinaus werden bei kulturtypischer Originalmusik Erfahrungen eines muslimischen Wohnbereiches für Menschen mit Demenz ausgetauscht.

In viele Programmpunkte fließen Aspekte der basalen Stimulation mit ein. Begleitend zum Theaterstück „Anderland“ wird im Bürgerhaus Stollwerck das Erinnerungsprojekt „Making Memories Matter – Erinnerungen Raum geben“ von Kölner Senioren und Seniorinnen, ausgestellt. Für die “kulturelle Begleitung von Menschen mit Demenz” findet ein Workshop statt, der ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Basiswissen vermittelt wie Menschen mit Demenz zu kulturellen Veranstaltungen begleitet werden können.

Alle Veranstaltungen innerhalb des Rahmenprogramms dementia+art finden Sie hier.


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