Welche Tabus stecken im Europäer von heute?

Das internationale Theaterprojekt TABUROPA setzt sich mit kulturellen, historischen und alltäglichen Tabus in Europa auseinander. 20 Theatermacher, Choreographen, Schauspieler und Tänzer aus Belgien, Polen, Portugal und Deutschland ergründen in vier Performances und mit unterschiedlichen Stilmitteln die heutige Bedeutung von Tabus.

Auf dem geführten Theaterparcours, der am Arkadas Theater beginnt und im Design Quartier Ehrenfeld endet, erlebt das Publikum vier unterschiedliche Performances, in denen die Kraft von Tabus und Tabubrüchen in unterschiedlichen Gesellschaften und Kontexten in ihrer ganzen Vielfalt zu Tage tritt. Diese einmalige Theaterreise hat eine Gesamtdauer von ca. 3 Stunden, mit Pause.

Die Uraufführung von Taburopa ist beim Sommerblut Kulturfestival. Anschließend reisen die Ensembles weiter in die beteiligten Städte Brüssel, Lissabon und Warschau.

Künstlerische Leitung: André Erlen, Projektleitung: Gregor Leschig, Rolf Emmerich
kobalt.works (Belgien), Teatro Praga (Portugal), Association of Culture Practitioners (Polen), Futur3 (Köln)

Termine:
Freitag, 09.05.2014 bis Sonntag, 11.05.2014, 19:00 Uhr
Bühne der Kulturen – Arkadas Theater, Platenstr. 32, Köln

Matinée: SEHNSUCHTSORT EUROPA
Sonntag, 11. Mai, 11 Uhr, Design-Quartier-Ehrenfeld, Heliosstraße 35-37. Eintritt frei.
Offene Diskussion mit den beteiligten KünstlerInnen und Gästen aus der Ukraine.

 

EINTOPF

Agnieszka Blonska (Polen) und die Performer von kobalt.works aus Belgien: Angel Kaba, Marielle Morales, Sayaka Kaiwa, Igor Shyshko,

Zugehören. Identifiziert werden. Definiert. Umgesiedelt. Wieder erkannt. Neu bestimmt. Unsere Geschichten. Sind sie wirklich unsere? Oder sind sie untergegangen in den Geschichten unserer Nationen. Wer sind wir? Hier, im vereinten Europa. In Zeiten der Political Correctness und in einer Welt der Begegnung und der Ko-Existenz – in welcher Form beziehen wir uns auf uns selbst und auf andere? Worüber möchten wir nicht sprechen? Was möchten wir nicht wahrnehmen? Die Performance von Agnieszka Blonska wird unsere Fähigkeiten zum Zusammenleben und zur Ko-Existenz erforschen.  Vier Tänzer mit unterschiedlichen Hintergründen und Herkünften untersuchen die Idee von Identität und Zugehörigkeit. In dem sie die Identität des Publikums und der Darsteller hinterfragen, stellen sie  auch die „stillen Übereinkünfte“ im Theater in Frage.

 

INCUBADORA

Arco Renz (Belgien) und die Performer von Teatro Praga aus Portugal: Rita Morais, Nuno Leão, Ricardo Teixeira, Inês Vaz.

Die Performance untersucht Konflikte, die zwischen einem Individuum und einer Gruppe entstehen – vielfarbige innere Spannungen, die sich körperlich manifestieren. Tabus sind zu großen Teilen von den sozialen und kulturellen Kontexten abhängig innerhalb derer sie entstanden sind. Anstatt zu versuchen, diese Abhängigkeiten zu repräsentieren hat Arco Renz und seine Gruppe die Recherche im Rahmen von TABUROPA dazu gebracht, mit „Tabus“ als einer physiologischen Erfahrung innerhalb eines experimentellen Labors zu arbeiten. Der Titel nimmt Bezug auf diese Situation als auch auf den Raum und die Prozesse, die der Austausch zwischen Geist und Körper beanspruchen.

 

NO RETURN

André Erlen (Deutschland) und die Performer von Association of Culture Practitioners aus Polen: Dominika Biernat, Dawid Żakowski, Sean Palmer, Joanna Wichowska.

Während der Recherche in Lissabon stießen André Erlen und sein Team auf die spannende Frage nach der Entstehung von nationaler Identität. Das Goldene Zeitalter der Entdeckungen, Fußball und Fatima, Kolonialreich, Katholizismus, Saudade und Fado: die Motive für die Identitätsbildung sind wie ein Kaleidoskop, das nicht nur aus Werten, sondern ebenso aus Tabus besteht. „Du sollst nicht an der großen Geschichte deines Landes zweifeln.“ Doch wenn die tradierten Bilder ins wanken geraten, müssen Tabus gebrochen und alte Mythen zu Grabe getragen werden. Nicht erst durch die Finanzkrise scheint auch Portugal ein neues Fundament für gemeinsame Werte – und Tabus – zu suchen. Die Performance „No Return“ (abgeleitet von „retornados“, den Rückkehrern aus den ehemaligen Kolonien), versucht diese verborgenen Prozesse sichtbar zu machen.

 

SHHHHHHHOW

André Teodosio (Portugal) und die Performer von Futur3 aus Deutschland: Anja Jazeschann, Bernd Rehse, Tomasso Tessitori, Pietro Micci

Am siebten Tag der Recherche in Brüssel erhob sich André Teodosio und sprach: „Es werde Licht!“ Und sein Haupt in der Finsternis war unmittelbar geteilt in zwei: Prometheus trat hervor. Und zugleich versuchten er und sein Team zu verstehen, was den Unterschied zwischen dem Baum der Erkenntnis und dem Baum des Lebens ausmacht – was verboten ist und was nicht. Do´s and Don´ts als frühkindliche Einübung in bestehende Tabus durch die Gesellschaft – das ist der Schlüssel für die Inszenierung des portugiesischen Regisseurs André Teodósio.

 

Weitere Infos unter www.taburopa.eu

 

Bilder zum gesamten Projekt mit allen Phasen gibt es hier: Pressebilder

 

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