Sommerblut Archiv

Das Sommerblut Archiv wird sukzessive die kommenden Festivalinhalte archivieren und durchsuchbar machen. Die Jahre 2002-2011 werden kontinuierlich eingearbeitet.

Die aktuelle Festivalseite finden Sie immer unter: http://www.sommerblut.de

ZUSAMMENFASSUNG 2018

In der 17. Ausgabe des Sommerblut Kulturfestivals drehte sich alles um den Schwerpunkt KÖRPER. Das Festival griff das Thema in allen Formen der Kunst auf. Ob groß oder klein, jung oder alt, schön oder hässlich, perfekt oder unvollständig – in Tanz- und Theateraufführungen, Ausstellungen und Musik zeigte SOMMERBLUT den Körper als Quelle von Lust und Frust.

Das Festivalprogramm stellte mit in insgesamt 31 Produktionen mit über 220 Künstler*innen an 24 Veranstaltungsorten den Körper in den Mittelpunkt. Ein Angebot, das rund 6.000 Festival-Besucher*innen gerne in Anspruch nahmen. Zum ersten Mal gab es für ausgewählte Veranstaltungen moderierte Publikumsgespräche mit den Künstler*innen.

Das Sommerblut-Festival hatte sich zum Ziel gesetzt, sowohl die Webseite als auch möglichst viele Veranstaltungen barrierefrei zu machen. Im Rahmen der Festivalausgabe 2018 wurden insgesamt 11 Produktionen entweder mit Audiodeskription und/oder Gebärdendolmetscher*in angeboten. Programm und Homepage informierten über die Zugänglichkeit der diversen Orte und Programmpunkte für Menschen mit verschiedenen Behinderungen.

Inhaftierte der JVA Ossendorf zeigten in ANTIKÖRPER eine intensive Theaterperformance, die begeisterte. Im Mittelpunkt: Die im Gefängnis allgegenwärtigen Tattoos, die als persönliche Brandmale und Erinnerungen die Körper der Inhaftierten bedecken. “Neugierde im Publikum zu wecken, Vorurteile zu hinterfragen und um Verständnis für die Situation hinter Gittern zu werben”, fasste Regisseurin Elisabeth Pleß die Intention des Theaterprojektes zusammen.

Die Sommerblut-Eigenproduktion DRUGLAND war gleichzeitig Shoppingzone und Drogen-Hot-Spot, alteingesessenes Wohngebiet und No-Go-Area, Hilfsangebot und städtische Verelendung, Konsum- und Gefahrenzone. Das Ensemble um Stefan Herrmann schaffte es, alle Herausforderungen zu meistern und im öffentlichen Raum Konflikte mit künstlerischen Mitteln sichtbar und begreifbar zu machen. “Kritisches Theater von heute”, lobte das Online-Portal “Meine Südstadt” und die Kölnische Rundschau attestierte der Aufführung, sie mache “die verschiedenen Sichtweisen auf das Drogenthema deutlich”.

Spirituelle Rituale, Umgangsformen, rhetorischer Ausdruck, Theater und Tanz, Körperpflege, Kleidung, Mann-Frau-Verständnis, Sexualität – jede Kultur hat ihre eigenen Vorgaben, wie der/die Einzelne mit dem eigenen Körper umgehen kann und soll. Die Tanz-Theater-Performance CLASH von Gregor Leschig & Ensemble bot hierzu eine sinnlich erfassende und berührende Inszenierung.

Mit Ehrenfeld. Ein Körper. wurde der Kölner Stadtbezirk zu einem Raumkörper der besonderen Art: Akrobatik, Tanz- und Performance-Darbietungen, skurrile Skulpturen, Kampfkunst, Speakers Corner, Lichtinstallationen und vieles mehr. Eine große Choreografie mit allen Beteiligten beendete mit Anbruch der Nacht einen aufregenden Tag.

Die mallorquinische Tanzkompanie Baal vereinte in der multidisziplinären Produktion „Crotch“ Tanz, Theater und Performance. In einem vorangehenden Workshop und einem 6-tägigen Lab hatten sich die Profi-Tänzer*innen gemeinsam mit den Teilnehmer*innen mit den Themen Gender, Geschlecht und Identität aus verschiedenen Blickwinkeln auseinandergesetzt.

André Erlen, Klaus Fehling und Jan Dziobek ließen uns die Stadt mit andern Augen sehen – als ein Geflecht aus geraden Linien, als Trainingsparkour mit eigenen Regeln und Helden. Ihre Theaterperformance No-Go-Area begab sich rund um den Ebertplatz auf die Suche nach dem „Iron Man“, der dazu aufforderte, die No-Go-Areas der Stadt friedlich zurückzuerobern. Eine spannende Eigenproduktion, die aktuelle Debatten in der Domstadt aufgriff.

LET´S MEET kam in der Kulturkirche mit einem „Narrative Walk“ dem Frau-Sein auf die Spur. Was bedeutet es eigentlich eine Frau zu sein? “Die Choreographie entlarvt das omnipräsente westliche Schönheitsideal”, kommentierte der WDR und das Stadtmagazin “Koelner” fand: “Da muss ich hin!” Für das Projekt hatten sich Frauen mit und ohne Migrationshintergrund über kulturelle Grenzen hinweg ausgetauscht. Neun ihrer Lebensgeschichten über Diskriminierung und Befreiung brachte LET’S MEET in vielfältiger Weise auf die Bühne. Nach dem Motto: Das Private ist politisch.

Zum vierten Mal gab es zum Abschluss des Kulturfestivals die MAD PRIDE – Parade der stolzen Verrückten mit ca. 500 Teilnehmer*innen, begleitet von der Musikgruppe KWAGGAWERK – und das bunte Kulturfinale u.a. mit den Bands Tsaziken und Buntes Herz, Stephan Brings, Tomé Tivane sowie der Poesieinstallation ArmeDichter auf Odonien.

Wir danken allen Förderer*innen, Freund*innen, Unterstützer*innen, Mitarbeiter*innen und natürlich unserem Publikum.

 


Pressestimmen zu Sommerblut 2018

Kölner Stadt-Anzeiger: “Kulturfest feiert den Körper”

Kölnische Rundschau: “Protest gegen das Makellose”

Kölner Wochenspiegel: “Sowohl Gefängnis als auch unendliche Galaxie: Der Körper verleiht dem Menschen Halt wie Haltlosigkeit. (…) Mit dem Themenschwerpunkt ‘Körper’ widmet sich die 17. Auflage des Sommerblut-Festivals der Multipolarkultur einem Thema, dem nur schwerlich aus dem Weg zu gehen ist. (…) (Ein) Trip zur Begegnung mit dem Ich, dem Du und anderen Lebensformen.”

Report-k: “Über 220 Künstler und Künstlerinnen haben auf dem diesjährigen “Festival der Multipolarkultur” mit ihren Tanz- und Theateraufführungen, Ausstellungen sowie Musik tausende Menschen begeistert.”

Choices: “Es geht um den Körper, seine Wahrnehmung, Veränderung, Unversehrtheit, den heutigen Druck zur Optimierung und Selbstinszenierung.”

Kölner Kultur Kolumne: “Das Sommerblut Festival führt sein Publikum seit Jahren zu Menschen, die uns nicht oft begegnen, wir kommen an Orte die uns fremd sind und hilft uns so die Perspektiv zu wechseln, vielleicht mit dem Unbekannten in Dialog zu treten.”

Aktion Mensch: “Nichts wie hin”

Boulevard: “Die Vielfalt von Sommerblut beeindruckt”

 


Impressionen Sommerblut 2018