Kaum zu glauben, die MAD PRIDE-Parade wurde 2019 fünf Jahre alt. Los gings am Pfingstmontag, den 10. Juni, um 14 Uhr, am Neptunplatz in Ehrenfeld. Die jecken, schrägen, unantastbaren, buckligen Rollis gingen, schlurften, liefen, rollten, kriechten und tanzten nach Odonien zum Kulturfinale und der Abschlussparty des Sommerblut-Festivals, um zu zeigen das es sie gibt. Mal laut, mal leise, oder flüsternd bis stumm.

Mit Pauken, Transparenten und Trompeten steht die MAD PRIDE für die Vielfalt der Erdenbürger*innen in Köln. Party statt Pathologie. Diagnosen zu Seifenblasen. Diskriminierung endgelagert. Gemeinsam statt einsam.Es wird gefeiert: grenzenlos und stolz – jede*r darf sein, ohne Urteil! Alle sind eingeladen, sich solidarisch der MAD PRIDE-Parade anzuschließen. Verrückte, verhinderte, gehinderte und ausgegrenzte Menschen gehen voller Selbstbewusstsein auf die Straße.

Start war am Neptunplatz • Der Aufzugsweg: Venloer Straße, Ehrenfeldgürtel, Subbelrather Straße, Landmannstraße, Lenauplatz (mit kurzer Kundgebung), Landmannstraße, Eichendorffstraße, Ehrenfeldgürtel, Nußbaumerstraße, Liebigstraße, Hornstraße, Odonien

Die Mad Pride mündete auch diesmal im KULTURFINALE von Sommerblut in der Open-air-Location Odonien, wo mit viel Musik und Tanz weiter gefeiert wurde. Dabei waren:

blind & lame – alias Kika und Lucy Wilke gehen schon in ihrem Bandnamen selbstbewusst mit der eigenen Behinderung um. Ihre Musik ist temperamentvoll, vereint modernen Gitarren-Pop mit Elementen aus Gipsy-Rumba, Swing und Jazz.

Dad`s Phonkey – Christian Padberg macht mit seiner Stimme, was ihm gerade durch die Birne fliegt: Er brabbelt, groovt, fetzt und schmachtet, irgendwo zwischen Jazz, Weltmusik und Old-School-Funk.

Rainer Schmidt – begibt sich mit seinem Kabarettprogramm auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen eines Lebens mit Hindernissen. Der ohne Hände geborene Künstler und Pfarrer changiert geschickt zwischen Kabarett und Seelsorge, zwischen Comedy und Tragödie.

Köster & Hocker – Zwei Gitarren, eine Stimme: Die melancholischen Frohnaturen Gerd Köster und Frank Hocker spielen neben eigenen Songs auch eingekölschte Cover-Versionen von Ray Davis über Rod Steward, Iggy Popp, Tom Waits bis Frank Zappa.

Mischa Gohlke Band – Kulturmanager. Autor. Dozent. Inklusionsbotschafter. Und Musiker! Der beinahe taube Hamburger Gitarrist hat sein Schicksal einfach ignoriert, seine Kompositionen bilden eine explosive Melange aus Blues-, Funk-, Rock- und Pop-Elementen.

Talk – Das können Sie glauben: Die Bildungsreferentin und Imamin Rabeya Müller im interreligiösen Dialog mit dem Kölner Pfarrer Franz Meurer und dem Engelskirchener Theologen Rainer Schmidt.

Kerstin Pöpper – vom Kölner Verein Inklusion und Kultur moderiert das Kulturfinale.

Die Veranstaltung wurde von einer Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt.

Pressestimmen

“Politischer Protest und Lebensfreude” (Kölner Stadt-Anzeiger, 11.6.2019)

“Bei der großen Sommerblut-Abschlussveranstaltung balancierte der ohne Hände geborene Künstler und Pfarrer Rainer Schmidt geschickt zwischen Kabarett und Seelsorge” (Schwulissimo, Juli 2019)

Impressionen